Chronik

13.09.2009 / "Spielst du schon, oder übst du noch?"


Chronik
 
erna

21 Teilnehmende trafen sich im Hotel Zentrum Töss in Winterthur und erlebten einen intensiven, spannenden und äusserst interessanten Weiterbildungstag.

Geschichten, Bilder und Tiere

Das Lernverhalten von Kindern ist geprägt durch Neugierde, Nachahmung und Spiel. Wissen ist nicht übertragbar; das heisst: es muss im Gehirn des Lernenden neu geschaffen werden, was klar gegen eine passive Vermittlung spricht. Damit unsere Schülerinnen und Schüler den Stoff, den wir ihnen vermitteln auch tatsächlich so verinnerlichen, wie wir es uns wünschen, sind wir dazu angehalten, ihn so aufzubereiten, dass es für den Lernenden Sinn macht und/oder ihn emotional berührt.

Basierend auf diesen Erkenntnissen, sowie auf eigenen Erfahrungen, Erlebnissen und Quervergleichen zum Sport, hat der Dozent Volker Rausenberger ein Unterrichtskonzept entwickelt. Ein wechselnder Unterrichtsrhythmus (Spannung-Entspannung), kleine überschaubare Lernfelder, Gelegenheiten für Wiederholungen, an Noten gebundenes und freies Spiel, aktives Erarbeiten und Felder öffnen, selbst tätig zu werden, führen langfristig zu einem lösungsorientierten Denken, einem Wissen und Können, das auf eigenen Erfahrungen beruht. Ein ganzheitlicher Musikunterricht- speziell auf die Möglichkeiten des Akkordeons ausgerichtet, der Spass macht und den erhofften Lernerfolg garantiert.

Ra-ka-da, Sa-ka-da, Ra-ka-da, Sap!

Gleich von Anfang an, wird das Akkordeon auch als Percussionsinstrument eingesetzt. Zahlreiche Möglichkeiten erschliessen sich! So lassen sich auf spielerische Art und Weise grob- und feinmotorische, koordinative und rhythmische Fertigkeiten erarbeiten. Das Spektrum reicht vom „afrikanischen Trommelwirbel“ bis hin zu den „Rhythmustieren“.

…und das Akkordeon ist auch eine kleine Zauberkiste!

Und was man mit dem Akkordeon alles zaubern kann, wusste der Dozent Volker Rausenberger nur all zu gut aufzuzeigen. So werden aus graphischen Verzierungszeichen Schlangen; aus Tonbögen, Crescendis usw. werden Glühwürmchen. Die Rhythmustiere, der Fingerzirkus und viele spannende Ideen im Sammelsurium - dem lockeren Spielraum zur Entwicklung instrumentaler Fähigkeiten und Fertigkeiten - vervollständigen den Unterricht. Geläufigkeit und Technik wird nicht mittels Etüden geübt, sondern auf spielerische Weise -genau auf die Möglichkeiten des Akkordeons abgestimmt- gespielt. Gehörbildung und Balgbehandlung sind weitere Faktoren, die trainiert werden.

Planet Beat Box

Die erlernten Muster, Fähigkeiten und Fertigkeiten werden in „Planet Beat Box“ weiterentwickelt- vor allem unter Miteinbeziehung moderner Rhythmen und Musikstile wie Hip-Hop, Techno, usw. Gerade für Teenager ist es spannend und attraktiv, wenn sie „ihre Songs“ auch auf dem Akkordeon spielen können.

Der Dozent Volker Rausenberger studierte in Trossingen bei Josef Bugala und Prof. Hugo Noth sowie in Würzburg bei Prof. Stefan Hussong. Es folgten weitere Studien bei Prof. Joseph Macerollo in Toronto. Preisträger des int. Gaudeamuswettbewerbs für Neue Musik in Rotterdam und Mitglied im Trio „Ruga“. Seit 2000 Leiter einer Akkordeonklasse an der Musikschule Freiburg sowie Lehrbeauftragter an der Pädagogischen Hochschule Freiburg. Er entwickelte ein Konzept des Bewegungs-lernens für Akkordeon und beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit den neurologischen und entwicklungs-psychologischen Grundlagen des Musiklernens. Mithin liegt sein Hauptinteresse in einer reizvollen und erlebnisorientierten Darstellung des Akkordeons sowie der daraus folgenden Aufbereitung eines methodisch fundierten Lernweges.

Fazit

Das Unterrichtskonzept von Volker Rausenberger ist äusserst durchdacht, überzeugend, fundiert und besticht durch seine Ganzheitlichkeit. Die einzelnen Lernfelder sind logisch und sinnvoll aufgebaut und lassen sich alle untereinander verknüpfen und verbinden.  Ein Akkordeonunterricht -wie Volker Rausenberger sagt: „von Kopf bis Fuss mit Herz und Hand“, der langjährig in der Praxis erfolgreich erprobt, stets angepasst, aktualisiert und weiterentwickelt wird. Vor allem für Kinder zwischen 5 und 9 Jahren sehr zu empfehlen.

So macht das Akkordeonspielen lernen Spass!

Nur Schade, dass am Weiterbildungstag in Winterthur nicht genügend Lehrmittel zum Verkauf da waren, aber zum Glück können diese ja auch bestellt werden!

Weitere Informationen und Bestellungen unter: www.spielraum-musikverlag.de