Beitrag 01/2008
RezensionScottish Folk Tunes
54 Traditional Pieces for Accordion
Ian Lowthian (Schott)
Einleitend erzählt der Herausgeber Ian Lowthian viele interessante Fakten zur Entwicklung des Akkordeons in Schottland, zur Geschichte dieser Musik und zu verschiedenen Besetzungen. Er macht dies alles auf sehr humorvolle und spannende Art – die Leserin/der Leser wird regelrecht „gepackt“!
Ziel des Werkes: „Die Geschichte des Akkordeons in Schottland darzustellen“.
In einem zweiten Teil werden sämtliche 54 Stücke kurz beschrieben. Ursprung des einzelnen Traditional, aber auch die Erklärung des Titels, Angaben zum Komponisten und zum Teil auch wertvolle Hinweise zur Interpretation, bringen der Leserin/dem Leser diese Musik bereits vor dem Musizieren näher.
Diese Musik ist gespickt mit den verschiedensten Verzierungen. Ian Lowthian beschreibt diese sehr klar und gut verständlich. Er vergleicht sie mit traditionellen Verzierungen und gibt Erklärungen zur Notation und Ausführung. „Bilder“, die einem eine Klangvorstellung geben, fehlen ebenfalls nicht!
Auch für die linke Hand (Standardbass) sind diese Stücke eine Herausforderung, die es sich aber auf alle Fälle lohnt anzunehmen. Der Herausgeber gibt Erklärungen zu den gewünschten, kombinierten Akkorden, die dann überzeugend klingende Jazz-Harmonien ergeben. Die genaue Notation, mögliche Fingersätze, aber auch wertvolle Übe- und Spieltipps runden diesen Teil des Heftes ab.
Der nachfolgende „praktische“ Teil gliedert sich in Reels, Jigs und 6/8 – Märsche, Märsche und Polkas, „Strathspeys“ und Airs und Walzer. Einfach sind diese Traditionals ganz sicher nicht zu spielen, aber sie klingen wunderbar und es macht sehr viel Spass die schottische Musik auf diese Weise kennen zu lernen. „Der Aufwand lohnt sich“!!!
Die beiliegende CD ist eine äusserst gute Hilfe, der Interpretation dieser Melodien näher zu kommen. Der Interpret (Ian Lowthian) spielt technisch wie auch musikalisch überzeugend. Seine Tongebung ist äusserst differenziert und seine Balgführung ruhig und sehr „kultiviert“.
Mich hat dieses Heft trotz, oder gerade wegen des langen Text- und Erklärungsteiles, total überzeugt. Ich wünsche allen, die ebenfalls Lust haben, diese wunderbare Musik kennen zu lernen, viel Freude dabei!
Schönenberg, 19. April 2008, Yolanda Schibli Zimmermann
